(Stadtlohn) Gleich zu zwei gesundheitspolitischen Themen trafen sich gut 40 Mitlieder des Lionsclubs Hamaland in der Gaststätte Schlüter.  Der Krankenhausgeschäftsführer, Michael Saffé, referierte zum Thema „Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung“ und die niederländische Krankenschwester Désirée Arke-Onland stellte den Abschluss des Projektes „Plötzlicher Kindstod“ vor, das sie vor 7 Jahren gemeinsam mit dem Lionsclub und dem Stadtlohner Krankenhaus gestartet hatte.

Michael Saffé differenzierte in seinem Vortrag bei der Bewertung der neuen Krankenhausfinanzierung. Positiv sah er aus Patientensicht die Orientierung an der Versorgungsqualität. Kritisch sah er die mangelnde Planbarkeit der Einnahmen und die Einschränkungen bei der Personalausstattung, für die verbindliche Vorgaben für die Finanzierung fehlten. Er richtete einen Appell an die Politik, die im Saal durch Johannes Röring MdB und Bernhard Tenhumberg MdL vertreten war, in einem nächsten Gesetzesschritt hinsichtlich der Planungssicherheit nachzubessern.

Désirée Arke-Onland hatte 2009 mit 7.500 EUR Anschubfinanzierung durch den Lionsclub Hamaland das Projekt zur Vermeidung des Plötzlichen Kindstodes beim Krankenhaus Stadtlohn ins Leben gerufen. Begleitet wurde sie an dem Abend durch die Kinderärztin Katharina Thilke aus Köln, die die Stadtlohner Studie über eine lange Zeit ausgewertet hatte, den Kinderarzt Dr. Johannes Jeßberger, der das gleiche Projekt etwas später in Hamm gestartet hatte und der niederländischen Ärztin Dr. Monique L´Hoir, die als eine der Ersten zu diesem Thema Studien in den Niederlanden angestellt hatte. Auffällig war seinerzeit, dass die Niederlande eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate hatten als Deutschland. In dem wissenschaftlichen Projekt wurde festgestellt, dass es nicht nur einen einzelnen Grund für die höhere Sterblichkeitsrate gab. Es war ein Zusammenspiel aus einfachen Faktoren, die das Risiko relativ einfach und kostengünstig reduzieren konnte: Schlafen im Schlafsack, Stillen, Impfen und Schlafen in Rückenlage und vor allem im eigenen Kinderbett führten, zu deutlich niedrigeren Sterblichkeitsraten. Da Schlafsäcke für die Prävention eine sehr große Bedeutung haben, sponserte der Lions Club Hamaland diese dem Stadtlohner Krankenhaus. Das wissenschaftliche Projekt „Plötzlicher Kindstod“ wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) mitfinanziert. Die Begleitung erfolgte durch das Programmmanagement bei der EUREGIO.

 


Foto: v.R.n.L. Dr. Monique L´Hoir, Désirée Arke-Onland, Katharina Thilke präsentierten die Ergebnisse der Studie zum „Plötzlichen Kindstod“.

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